Dienstag, 14. Juli 2009
NEU: Website Volkshochschule Glarus mit aktuellem Programm 2009/2010
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Eingestellt von Mary Nesnidal um 7/14/2009
Montag, 1. Juni 2009
Programm 2008/09 Volkshochschule Glarus
VORTRÄGE:
230.
Als das Leben aufs Land kam - ein erdgeschichtlicher Rückblick auf die Eroberung der Kontinente
Mittwoch, 17. Sep. 2008, 19:30 Uhr, Hörsaal 1, Kantonsschule Glarus
231.
Das Glarnerland im zweiten Weltkrieg
Montag, 29. Sep. 2008, 19:00 Uhr, Thomas-Legler-Haus, Diesbach
232.
Die Kulturgeschichte der Maya - eine Einführung
Freitag, 17. Okt. 2008, 19:30 Uhr, Hörsaal 1, Kantonsschule Glarus
233.
Reise einer Krankheit - Heilung oder Unterdrückung?
234.
"Die Unabhängigkeit ist still, ohne Gewaltsamkeit, ohne Trotz" (Karl Jaspers)
Philosophische Reflexionen über eine unaufgeregte Diskussion des Alter(n)s.
Mittwoch, 26. Nov. 2008, 19:30 Uhr, Hörsaal 1, Kantonsschule Glarus
235.
Wie werden Kinder sozialisiert?
Donnerstag, 15. Jan. 2009, 19:30 Uhr, Schützenhaus, Glarus
236.
Leidenschaft in der Musik
Montag, 19. Jan. 2009, 19:30 Uhr, Musikzimmer, Kantonsschule Glarus
237.
Türkei und Griechenland: Konflikte und ihre historischen Wurzeln
238.
Schriftsteller in den Glarner Bergen
Mittwoch, 18. Feb. 2009, 19:30 Uhr, Hörsaal 1, Kantonsschule Glarus
239.
Der Sinn des Übergewichts
Mittwoch, 04. Mrz. 2009, 19:30 Uhr, Hörsaal 1, Kantonsschule Glarus
KURSE:
1/08
English Conversation Intermediate
Wann: Mittwoch, 10 . Sep. - 12. Nov. 2008, 19:30 -21:00 Uhr (8 mal)
2/08
Surfen und Mailen - Einblick ins Internet von Anfang an
Für Auskünfte, Shopping, Reisen, Finanzen, Freizeit, Weiterbildung und soziale Kontakte ist das Internet nicht mehr wegzudenken. Auch E-Mail ist in unserem Alltag immer mehr gefragt und einige Grundregeln helfen, den Umgang damit zu erleichtern. Schritt für Schritt wird geübt, auf sicherem und zeitsparendem Weg sinnvolle Informationen aus dem Internet zu holen und erfolgreich per E-Mail zu kommunizieren.
Wann: Samstag, 25 . Okt. - 15. Nov. 2008, 10:15 -13:00 Uhr (3 mal)
3/09
English Conversation Intermediate
The emphasis in this course is on speaking. Short stories, articles from the press and various communicative activities will encourage discussion. We will also talk about everydays topics and current affairs. The aim of the course is to improve your fluency, expand your vocabulary and keep your English up-to-date. Grammar will play a secondary role, but we will look at some problem areas and revise some of the structures needed for better communication.
Wann: Mittwoch, 07 . Jan. - 04. Mrz. 2009, 19:30 -21:00 Uhr (8 mal)
4/09
Digitale Fotografie
Wann: Samstag, 10 . Jan. und 17. Jan. 2009, 08:30 -11:30 Uhr (2 mal)
5/09
Digitale Fotografie
Wann: Samstag, 10 . Jan. und 17. Jan. 2009, 13:30 -16:30 Uhr (2 mal)
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Eingestellt von Mary Nesnidal um 6/01/2009
Mittwoch, 1. April 2009
Hinweis: "Die humanitäre Tätigkeit des IKRK in Konfliktgebieten: alte und neue Herausforderungen"
Wir möchten unsere Mitglieder und Besucher auf folgenden Vortrag von "Gartenflügel, Galerie und kulturelles Forum" aufmerksam machen:
Jakob Kellenberger, Präsident IKRK (Internationales Komitee vom Roten Kreuz), Genf
"Die humanitäre Tätigkeit des IKRK in Konfliktgebieten: alte und neue Herausforderungen"
Mittwoch, 13. Mai 2009, 20.00 Uhr, Kantonsschule Glarus, Aula
Nähere Information unter www.gartenfluegel.ch
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Eingestellt von Mary Nesnidal um 4/01/2009
Aktuelles Programm
Unser neues Programm erscheint nach den Sommerferien 2009.
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Eingestellt von Mary Nesnidal um 4/01/2009
Montag, 9. März 2009
Wilderness Areas of Southern Africa: Beauty and Challenges
Der Referent ist seit 1991 im Wild- und Naturschutz tätig. Er führt ein eigenes Safariunternehmen, das auf Erkundungstouren zu Fuss mit kleinen Gruppen spezialisiert ist. Sein Unternehmen legt grossen Wert darauf, einen naturschonenden Tourismus anzubieten, der den Gästen ein Bewusstsein für die Verletzlichkeit der Ökosysteme vermittelt..
Hinweis
wir möchten unsere Mitglieder und Besucher auf folgende Veranstaltung der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Glarus aufmerksam machen:
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Eingestellt von Mary Nesnidal um 3/09/2009
Freitag, 13. Februar 2009
Schriftsteller in den Glarner Bergen
Schriftsteller in den Glarner Bergen
Mittwoch, 18. Feb. 2009, 19:30 Uhr, Hörsaal 1, Kantonsschule Glarus
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Eingestellt von Mary Nesnidal um 2/13/2009
Montag, 9. Februar 2009
Türkei und Griechenland: Konflikte und ihre historischen Wurzeln (Teil 2)
237.
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Eingestellt von Mary Nesnidal um 2/09/2009
Mittwoch, 4. Februar 2009
Türkei und Griechenland: Konflikte und ihre historischen Wurzeln (Teil 1)
237.
Die Beziehungen zwischen Griechenland und der Türkei waren seit dem Vertrag von Lausanne 1923 lange Zeit unproblematisch. Erst in den fünfziger Jahren trübte der bis heute ungelöste Zypernkonflikt das bilaterale Verhältnis. In den siebziger Jahren entstand in der Ägäis wegen der Erdölvorkommen ein weiterer Konfliktherd. Diese Konflikte eskalierten trotz langjähriger gemeinsamer Mitgliedschaft der Türkei und Griechenlands in der NATO und sind einzig von ihren historischen Wurzeln her zu verstehen. Nur eine Gesamtlösung aller Konfliktfelder unter einem gemeinsamen, europäischen Dach kann jetzt gefordert sein. - Mit Dias.
Prof.Dr.phil. Paul Meinrad Strässle, Universität Zürich
Mittwoch, 04. Feb. 2009, 19:30 Uhr, Hörsaal 1, Kantonsschule Glarus
Zusammenfassung / Rückblick:
Türkei und Griechenland: Konflikte und ihre historischen Wurzeln
Prof. Dr. phil. Paul Meinrad Strässle, 1.Abend , Mi.4.Febr. 2009
Nach einer längeren Einleitung beleuchtet Meinrad Strässle die beiden Konfliktfelder Ägäis und Zypern, zuerst aktuell, anschließend historisch.
Seit 1952 sind Griechenland und die Türkei als NATO-Mitglieder miteinander verbündet, was aber Konflikte nicht verhindert hat. Die Türkei ist für die USA ein Schlüsselstaat (geographische Lage, wachsende Bevölkerung, ökonomische Bedeutung, politischer Einfluss auf den Nahen Osten).
Zypern:
Die Aufnahme von Zypern in die EU 2004 wurde vom türkisch besetzten Nordteil nicht anerkannt, so dass effektiv nur der griechische Südteil unter dem Namen „Republik Zypern“ Mitglied der EU ist. Für die Türkei ist es nicht auszudenken, das diese Insel, die nur 65 km von der türkischen Küste mit wichtigem Ölhafen und Militärbasis liegt, als Ganzes ihrem Einfluss entgleiten würde. Die Türkei fühlt sich verpflichtet, ihre türkischen Brüder zu beschützen. Im türkischen Nordteil ist türkisches (40'000) und türkisch-zypriotisches Militär stationiert, im Südteil stehen 10'000 Mann der Nationalgarde und es hat zwei britische Militärbasen (3’900 Mann), welche von hier aus den Luftraum bis zum persischen Golf abhorchen. Ein bewaffneter Konflikt auf diesem strategisch wichtigen Stützpunkt wäre eine Katastrophe.
Ägäis:
Die Ägäis mit ihren 2383 Inseln und Inselchen gehört geographisch gleichermaßen zu Griechenland und zur Türkei; nirgends lässt sich geographisch eine Trennlinie ziehen. Bezüglich Vegetation und Geologie bietet sich überall dasselbe Bild und die Zone der heftigen Erdbeben zieht sich quer von Griechenland durchs Meer in die Türkei. Praktisch alle Inseln waren aber schon immer von Griechen bewohnt (und früher auch ein größerer Teil der türkischen Küste). Anfänglich war für alle Uferzonen die 6-See-Meilen-Grenze in Kraft. Solange sie galt, war etwa die Hälfte des Gewässers international und etwa ein Viertel griechisch. Seit aber Griechenland 1958 die 12-Meilen-Grenze beansprucht, ist nur noch ein Fünftel des Wassers international, drei Viertel griechisch und 9% türkisch. Deshalb will die Türkei, welche an ihren übrigen Küsten selber die 12-Meilen-Grenze postuliert, diese in der Ägäis nicht anerkennen. Die griechischen Inseln liegen so nahe an der türkischen Küste, dass sich türkische Schiffe kaum bewegen können, ohne in griechische Gewässer zu geraten. Erhoffte Ölvorkommen im Meer führten 1970 zu Reibereien, außerdem geben die Lufthoheit (immer wieder Luftraumverletzungen durch Militärflugzeuge), die Radarüberwachung und die Luftkontrolle der NATO Anlass zu widersprüchlichen Meinungen. Die Griechen markieren auf Inseln direkt vor der Nase der Türken militärische Präsenz und die Türkei unterhält südlich von Izmir eine eigene 4.Armee, die nicht der NATO unterstellt ist und die Griechen mit Manövern, welche Eroberungen vom Meer her üben, nervt. (Sie war es, welche 1974 Nord-Zypern besetzte)
Da beide Länder von den Touristen an den herrlichen Badestränden enorm profitieren, versuchen sie, Konflikte in diesem Gebiet zu vermeiden.
Historische Hintergründe
Nach 400 zerfiel der westliche, lateinische Teil des römischen Reiches, während das abgetrennte, griechische Oströmische Reich (das „byzantinische Reich“) noch 1000 Jahre weiter existierte. Dazu gehörte Kleinasien mit der Hauptstadt Konstaninopel (älter: Byzanz). Schon um 400 n.Chr. tauchten im Norden und Osten türkische Stämme auf. Aber erst nach 1000 wurde das christliche byzantinische Reich von Osten her von den seit kurzem zum Islam bekehrten, mächtigen Seldschuken (einem Volk der Türken) bedrängt. Das christlich griechische Reich verlor in den nächsten Jahrhunderten ständig Gebiete an die Türken und zerfiel in einzelne Teile. Konstantinopel wurde umgangen und Nordgriechenland und Bulgarien erobert. (Serben auf dem Amselfeld d.h. „Kosovo“ 1389 geschlagen). Das byzantinische „Reich“ bestand schließlich nur noch aus der Hauptstadt Konstaninopel, welche 1453 grausam erobert wurde. Seit dieser Zeit sind die Türken mit ihrem Islam und ihrer völlig fremden Sprache die Feinde der Griechen. Der Peloponnes wurde schon 1460 türkisch, die Ägäis 1566, Zypern ging 1573 trotz dem venezianischen Seesieg bei Lepanto von Venedig an die Türken verloren. Kreta wurde erst 1665 den Venezianern abgenommen. Unter dem Namen „Osmanisches Reich“ entstand ein Gebiet, das von Ägypten (mit Vasallen bis Algerien), Arabien, Irak bis nach Wien reichte. Die Türken waren religiös tolerant. Sie achteten den griechischen Patriarchen in Konstantinopel und beherrschten durch ihn die Griechen. Es gab Griechen bis in höchste Ämter am osmanischen Hof. Wenn trotzdem viele Griechen auswanderten, war es aus wirtschaftlichen Gründen (hohe Steuern) und nicht weil sie religiös verfolgt worden wären.
Um 1770 führte die russische Zarin Katharina die Große einen erfolgreichen Krieg gegen die Türken. Sie - die Russisch-orthodoxe - fühlte sich als Schutzherrin der griechisch-orthodoxen Kirche, bot griechischen Söhnen eine Schule in Russland zur Ausbildung an und erwirkte Verbesserungen für Griechisch-orthodoxe im Osmanischen Reich.
1815, am Wiener Kongress wurde das wachsende Streben der Griechen (die sich selber Hellenen nennen) nach Freiheit nicht berücksichtigt, aber als die Griechen selber mit einem Aufstand den Krieg gegen die Türken aufnahmen, war die Sympathie in Europa groß: Engländer, Franzosen und Russen kamen zu Hilfe. Bis 1834 war der südliche Teil Griechenlands und viele Inseln befreit. (Kreta war bis 1898 türkisch und kam erst 1912 an Griechenland). Nach dem ersten Weltkrieg besetzten die Griechen mit Billigung der „Entente“ die Stadt Smyrna mit wenig Umland an der türkischen Küste, weil dort sehr viele Griechen lebten. Ein griechisches Heer versuchte das Gebiet zu erweitern, wurde aber von den Türken unter der neuen Regierung von Mustafa Kemal (Atatürk) geschlagen und vertrieben. In der Folge mussten ca. 1,2 Millionen Griechen (v.a. aus Smyrna und Umgebung, aus Istanbul und von der Nordküste, d.i. Pontus) die Türkei verlassen (fast zeitgleich mit den Armeniern, sofern sie noch lebten) und im Gegenzug wurden etwa 400'000 Türken aus Griechenland vertrieben. (Auch aus Georgien und Armenien wanderten viele Griechen aus). Im Friedensvertrag wurden alle ägäischen Inseln Griechenland zugesprochen, außer der südlichen Gruppe des sog. „Dodekanes“, die zusammen mit Rhodos von 1911 bis 1947 von Italien verwaltet wurden. Auf den beiden einzigen Inseln, die der Türkei zugesprochen wurden (Imbros und Tenedos) wurden in der Folge die griechischen Bewohner systematisch benachteiligt und von zugezogenen Türken zur Abwanderung gedrängt.
1930 kam es zum Schlichtungspakt, zur Versöhnung und einem Handelsabkommen zwischen Griechenland und der Türkei. Der Grieche Venizelos und Kemal (Atatürk) verstanden sich so gut, dass sogar die Idee eines Staatenbundes aufkam. Griechenland setzte sich dafür ein, dass die Türkei in den Völkerbund aufgenommen wurde und die Türkei half später im 2.Weltkrieg den Griechen mit Lebensmitteln. (Forts.: Zypernkonflikt)
(Text: Dr. Markus Nöthiger)
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Eingestellt von Mary Nesnidal um 2/04/2009
Montag, 19. Januar 2009
Leidenschaft in der Musik
236.
"Leidenschaft ist eine das Gemüt erfassende Emotion". (Wikipedia). Musik spricht als Kunstwerk gleichermassen Sinne und Geist an und löst, da sie nur klingend wahrgenommen werden kann, Gefühle aus. In gewissen Epochen, vor allem in der Romantik, ist die sinnliche Komponente besonders stark ausgeprägt. Die formale Gestaltung scheint ganz von aufwühlenden, leidenschaftlichen, dramatischen Entwicklungen bestimmt zu sein und berührt im empfänglichen Zuhörer Empfindungen von einer Intensität, die keine andere Kunst vermitteln kann. Im Referat wird anhand von Beispielen versucht, diese Kraft der Musik zu zeigen und im Zuhörer ein Stück "Erlebnisfähigkeit" zu wecken.
Peter Eidenbenz, Musiker und Dirigent, Herrliberg
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Eingestellt von Mary Nesnidal um 1/19/2009
Donnerstag, 15. Januar 2009
Wie werden Kinder sozialisiert?
235.
Wie werden Kinder sozialisiert?
Donnerstag, 15. Jan. 2009, 19:30 Uhr, Schützenhaus, Glarus
Zusammenfassung / Rückblick:
Ein nicht abreißender Strom von Besucher-Innen (90 % Frauen) verzögerte den Beginn um ca. 10 min. (Der große Bericht in der Südostschweiz hatte offenbar gewirkt!) Anzahl gegen 300!
Dr. Remo Largo trug locker, aber engagiert und ohne jede Überheblichkeit vor und schlug den Saal in seinen Bann.
Das wichtigste Anliegen ist dem Referenten, dass die Bedürfnisse des Kindes im Mittelpunkt stehen. „Stromlinienförmige“, brave, folgsame Kinder gefallen Eltern, Lehrern und der Gesellschaft, aber das ist nicht erstrebenswert.
Ziel sollte sein:
- emotional gefestigt
- sozial kompetent mit klaren Wertvorstellungen
- selbst bestimmte Persönlichkeit
Umso mehr gilt das für Kinder, ist aber weder schriftlich formuliert noch immer gewährleistet.
Kleine Tiere und kleine Kinder brauchen ein enges Bindungsverhältnis zu Erwachsenen, die ihnen Ernährung, Pflege, Schutz etc. gewährleisten, am Anfang viel Körperkontakt, und bei Menschen kommt die Vermittlung der Kultur (Bildung) dazu. Länger allein zu sein, erfüllt Säuglinge mit Angst.
Die Bezugsperson(-en)
- muss vertraut sein (dafür braucht es etwas Zeit),
- sie muss verfügbar sein (nicht nur körperlich anwesend, auch mental),
- sie muss verlässlich sein (keine unerklärlichen Wut- oder andere Anfälle; z.B. wie bei Drogenabhängigen)
Bezugsperson muss/soll nicht die Mutter allein sein. Wenn der Vater in der ersten Phase zu wenig da ist, lässt sich das später kaum noch aufholen. Ideal waren die Großfamilien vor 100 Jahren, wo die Kinder Beziehungen zu verschiedensten Personen aufbauen konnten (das war früher insofern noch besonders wichtig, weil viel häufiger die Mutter und andere Familienmitglieder vorzeitig wegstarben). Ganz ungünstig sind Kleinstfamilien, die es eigentlich erst seit dem 2.Weltkrieg gibt: allein erziehende Mütter mit Kind. Eine Mutter allein hat gar nicht die Zeit, die das Kind braucht.
Schulkinder entwickeln eine enge Beziehung zur Lehrperson, was bei Fachlehrersystem schwierig ist. Auch wären Kontakte außerhalb der Schule wichtig. Die Lehrperson sollte glaubwürdig und kompetent sein und die Kinder gern haben und dafür braucht sie Zeit. Das Kind muss spüren, dass es als Person geschätzt wird, nicht nur seine guten Noten. Ein Klassenzimmer, wo es sich zuhause fühlen kann, ist auch wichtig. Und wieder, wie oben gesagt, gute Beziehungen zu anderen Kindern. Wenn die Beziehungen zwischen Eltern und LehrerIn, LehrerIn und Kindern und Kindern untereinander gut sind, wirkt sich das selbstverständlich auch positiv auf die Schulleistungen der Kinder aus.
Ein Diagramm zeigt, wie gleich nach der Geburt die Beziehung zu den Eltern eine ganz wichtige Rolle spielt. Die Wichtigkeitskurve flacht etwas ab, dafür baut sich die Beziehung zu den Lehrern auf. Lange Zeit sind Eltern und Lehrer das „Größte“. Aber in der Pubertät folgt die natürliche Ablösung (Das ist im Tierreich noch viel brutaler: erwachsene Tierjunge werden verstoßen). Die Illusion macht der Erkenntnis Platz, dass Eltern und Lehrer auch nur Menschen sind. Das Bedürfnis nach Halt, Liebe, Schutz, Geborgenheit und Vorbildern bleibt aber unvermindert bestehen und wird bei den Gleichaltrigen (Fachwort aus dem Englischen: peers) gesucht: Freundschaften, Liebschaften (Nur nicht „allein sein“, das ist ein Albtraum). Da aber Gleichaltrige nie eine gleich intensive Zuwendung wie die Eltern leisten können, gibt es zwangsläufig große Probleme und Stress.
Zum Gehorsam:
In den letzten 50 Jahren folgte auf die (jahrhundertealte) Autoritäre Erziehung (schon im Alten Testament postuliert!) die antiautoritäre und dann die verhaltensorientierte Erziehung.
Von A.S.Neills „Antiautoritärer Erziehung“ wurde alles auf den Kopf gestellt: Jedes Kind in an sich gut, das Kind allein bestimmt, was es will etc. Folgen dieser Bewegung waren mindestens teilweise positiv: Kinder waren kreativer, nahmen Gefühle besser wahr u.a.m. Wenn negative Verhaltensweisen heutiger Jugendlicher von gewissen Kreisen ausschließlich als Folgen dieser Erziehung dargestellt werden, ist das so nicht richtig. Wenn heutige Kinder verwöhnter, opportunistischer, konsumorientierter, weniger leistungsfreudig etc. sind, liegt es zum größten Teil daran, dass sie die Erwachsenen kopieren!
Neuerdings ist unter Erziehern wieder Disziplin ein Thema. Eine Umfrage unter Eltern ergab ein erstaunliches Bild: Etwa 70 % der Eltern beurteilen ihre Kinder bis sie etwa 12 Jahre alt sind als grundsätzlich ungehorsam. Das ist eine verzerrte Wahrnehmung: Kinder sind normalerweise erstaunlich folgsam, aber wenn ein Kind einen Tag lang brav ist und vielleicht ein-/zweimal sich widersetzt, registrieren viele Eltern nur diesen Ungehorsam und dramatisieren ihn.
Es ist klar, dass man Kindern Grenzen setzen muss (und dass das nicht einfach ist!), aber Remo Largo betont, dass weder Disziplin noch Verhaltenstraining nach Triple P genügt. Er weist auf viele Vorgänger hin (Rousseau, Pestalozzi, Fröbel etc.) und plädiert dafür, dass die Beziehung vor der Erziehung kommt. Kinder, die innerlich, emotional an ihre Erzieher gebunden sind, haben eine natürlichen Willen zu tun, was man ihnen sagt. Wenn aber ein Vater, den sie den ganzen Tag nicht gesehen haben, am Abend das Schimpfen und Zurechtweisen übernimmt, hat er keine Chance als Autorität anerkannt zu werden. Väter hatten Jahrhunderte lang die autoritäre Erziehung aufgebaut und gerühmt, aber heute sind Väter als Angst einflößende Respektspersonen ein Anachronismus.
Der Münchner Kabarettist Karl Valentin sagte einmal: „Kinder können wir nicht erziehen, sie machen uns eh’ alles nach“. Orientierung an Vorbildern (Eltern, Lehrer, Gleichaltrige) und Nachahmung prägen das Verhalten und die Wertvorstellungen der Heranwachsenden viel mehr als „Erziehungsmaßnahmen“. Wie will man den Kindern das Fernsehschauen (Rauchen etc.) verbieten, wenn die Eltern selber nichts Schlaueres tun? Und was wird doch für ein - für beide Seiten - unerfreulicher Aufwand betrieben, um Kindern das nächtliche Schreien oder die Windeln abzugewöhnen, vor allem bei den Erstgeborenen resp. bei Einzelkindern. Wenn schon ältere Geschwister da sind, ergibt sich vieles durch Nachahmung von selber.
Die Idee, dass die Erziehung Aufgabe der Mutter sei und die Bildung die Aufgabe der Schule, ist doppelt falsch. Selbstverständlich werden die Kinder in den ca. 10'000 Stunden, die sie in der Schule verbringen, nachhaltig charakterlich geprägt, d.h. erzogen, und selbstverständlich werden sie – je nach Bildungsniveau der Eltern – daheim gebildet, wobei in unserer Gesellschaft die Väter sehr oft zu wenig zuhause sind.
Die Schulen dürfen sich deshalb nicht auf Vermittlung von Schulstoff beschränken, sondern müssen ihre Aufgabe als Erzieher wahrnehmen, indem sie solidarisches Verhalten fördern, Risikoverhalten (Drogen etc.) bekämpfen und Wege zeigen, wie man Konflikte bewältigt etc.
Die anschließend gestellten Fragen aus dem Publikum waren z.T. wegen der Größe des Saales schwer verständlich, aber die Antworten von Dr. Remo Largo dank Mikrophon schon. Unter anderem kam die offensichtliche Benachteiligung der Knaben in unserem Schulsystem zur Sprache (60% Mädchen : 40 % Buben im Gymnasium; da stimmt doch etwas nicht!) und die Tatsache, dass es die Gesetze in skandinavischen Staaten seit langem den Vätern und Müttern erlauben, Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen, zum Vorteil der Kinder.
Selbstverständlich hatte die Buchhandlung Baeschlin einen Stand mit Büchern von Dr. Remo Largo aufgebaut und wies auch auf das nächstens erscheinende Buch hin, das Remo H. Largo und der Glarner Journalist Martin Beglinger gemeinsam verfasst haben: „Schülerjahre - Wie Kinder besser lernen“.
Nach der Veranstaltung gab es im festlich dekorierten Foyer auf beiden Stockwerken einen Apéro.
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Eingestellt von Mary Nesnidal um 1/15/2009